Die letzten 19 Briefe des Soldaten Paul K.


Es hat keinen Sinn, sich zu erinnern ohne zu vergleichen.

 

3. Feldpostbrief: "Wir wollen uns nicht niederbeugen lassen und das Leben als unerträglich bezeichnen."

5 Seiten; Handschrift; Bleistift auf zwei karierten Bö­gen 15 cm x 15 cm und einem unlinierten Bogen 9 cm x 13 cm

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  Montag, den 2.X.44
            Lieber Papa!                              „3
Am 26 ten kam Dein Telegramm. Mich plagten schon die letzten Tage Angst und schlimme Ahnungen. Es gibt wohl kaum eine Familie an der der zerstörende Krieg spurlos vorüber zieht. Nun ist er auch an uns gekommen. Die Härten die der Bombenkrieg mit sich bringt
sind furchtbar. Nun ist er weg der Besitz, der uns Wohnlichkeit und Behaglichkeit gab. Auch alles was liebe Erinnerungen an Mama gab ist weg. Die Fotoalben fehlen. Ich denke da an Tante Emmy, die dies bei ihrem Unglück auch so schmerzlich empfand. Mit Lammsgeduld muß das ganze Volk die schweren Schicksalsschläge auf sich nehmen. Wir sind nun auch in den Stromm
mitgerissen. Wir wollen uns nicht niederbeugen lassen und das Leben als unerträglich bezeichnen.

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