Die letzten 19 Briefe des Soldaten Paul K.


Es hat keinen Sinn, sich zu erinnern ohne zu vergleichen.

 

6. Feldpostbrief: "Da entdeckte ich auf dem Boden ausgestreckt eine schrecklich kohlschwarze Gestalt mit polnischem Stahlhelm."

4 ½ Seiten; Bleistift; Handschrift auf einem innen beschriebenen Feldpostkuvert 19,5 cm x 14 cm, abgestempelt am 01.11.44, und zwei eingelegten unlinierten Bögen 21 cm x 15 cm; die Bleistiftnummerierung 4ist außen angebracht

Seite 4

Ich mußte dafür einen Antrag stellen. Die Kompanie schickt ihn weiter. Nun wird noch gefordert: das Finanzamt Darmstadt hat meine Steuerkarte an „die Heeresstandortverwaltung Standortgebürnisstelle 10 Zeitheim Sachsen Truppenübungsplatz“ zuschicken. Besorge mir das bitte. Zum Obergefreiten werde ich von dem Hauptmann aus Warthenau befördert, der mir auch zum Urlaub verhalf. Er sagte, die Beförderung sei auf Grund günstiger Aussagen von dem Kompaniechef erfolgt.

Sonst gibt es nichts Neues. Der Ruße schießt noch weiterhin am Tag und in der Nacht ab und zu heftig herüber. Unser Keller muß halten. Im Freien muß man gleich in einen Graben springen oder den nächsten Unterstand aufsuchen. Das Wetter ist rauh. Beim Gräbenausheben bleibt man warm, aber Stacheldrähte spannen ist eine verfluchte Arbeit. Die Kältestarrenden Fingerspitzen schmerzen dabei. -

Wie

mm

mm