Die letzten 19 Briefe des Soldaten Paul K.


Es hat keinen Sinn, sich zu erinnern ohne zu vergleichen.

 

6. Feldpostbrief: "Da entdeckte ich auf dem Boden ausgestreckt eine schrecklich kohlschwarze Gestalt mit polnischem Stahlhelm."

4 ½ Seiten; Bleistift; Handschrift auf einem innen beschriebenen Feldpostkuvert 19,5 cm x 14 cm, abgestempelt am 01.11.44, und zwei eingelegten unlinierten Bögen 21 cm x 15 cm; die Bleistiftnummerierung 4ist außen angebracht

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Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Öl, Marmelade u. so weiter. Nur als ich hier der Gruppe in dem Keller zugeteilt wurde, sah es für mich noch nicht rosig aus. Kein Bett war für mich da, noch irgend etwas zum Zudecken. Feuchtkalt war es in dem Keller. Ich sollte mir Bettstelle auftreiben oder eine Tür als Lager benutzen. Zum Zudecken fände man in den umliegenden Häusern überhaupt nichts mehr.

In einem Wald sollte einen Baracke sein, dort seien wenigstens noch Bretter für ein Bett zu haben. Ich lief weit in den Wald hinein. Ein stimmungsvoller Herbstwald mit mächtigen Eichen. Ich machte aber doch, daß ich rasch vorwärts kam, denn viele Granattrichter zeigten, daß dort ab und zu der Russe das Gelände bearbeitet. Die angegebene Baracke fand ich nicht, lief aber doch weiter. Auf einmal tauchte ein freundliches Blockhäuschen auf. Ein Blumenbeet war dort angelegt. Ich lief darauf zu und glaubte es sei von unseren Soldaten besetzt. Die Küche zeigte, daß lange kein Mensch dort hauste. Alles verwüstet. Glassplitter überall. Ein Zimmer war ganz ausgeräumt. In ein zweites Zimmer schlüpf-

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