Die letzten 19 Briefe des Soldaten Paul K.


Es hat keinen Sinn, sich zu erinnern ohne zu vergleichen.

 

8. Feldpostbrief: "Nun ist die Zeit der ruhigen Zivilistenbewachung zu Ende und kommen wieder in den Graben."

1 Seite; Bleistift; Handschrift auf einem innen beschrifteten unlinier­ten Feldpostkuvert 19,5 cm x 14 cm, abgestempelt am 17.11.44 (?); die Bleistiftnummerierung 8ist außen angebracht

                        17.XI.44.
                        Lieber Papa!
Hier schicke ich Dir schon eine Zulassung[s-]marke für ein Weihnachtspäck[ch]en weil es schon bis Ende Nov. abgeschickt sein muß. Bis 500 Gr. sind zulässig. Onkel Willy schickte ich auch eine Zulassungsmarke mit der Bitte mir ein Hemd oder Unterhosen zu schicken, aber nur wenn er etwas Entbehrliches hat. Ich wendete mich an ihn, weil ich denke, daß er durch den Bombenangriff hiervon nichts verloren hat. Seine Antwort kann ich leider nicht abwarten, weil es bis Ende Nov. zu kurze Zeit ist und wende mich deshalb schon an Dich, ob Du etwas mir schicken kannst, aber auch nur wenn Du tatsächlich was entbehren kannst. Meinen Wäschebestand habe ich an und ist nicht mehr als nach im Urlaub. Wintersachen bekommen wir ja noch, aber ob das mir reicht? Die vergangenen Jahre hatte ich noch meine eigne Wäsche, das Hemd dürfte auch ein Nachthemd sein, man kann ja vielleicht was davon [?] abtrennen, daß es mehr einem Taghemd ähnlich sieht.
Nun ist die Zeit der ruhigen Zivilistenbewachung zu Ende und kommen wieder in den Graben.

Herzlichen Gruß Dein Paul.

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