Die letzten 19 Briefe des Soldaten Paul K.


Es hat keinen Sinn, sich zu erinnern ohne zu vergleichen.

 

5. Feldpostbrief: "Man läßt mir bis heute abend Ruhe, dann muß ich wieder mit in den Graben."

3 Seiten; Bleistift; Handschrift auf einem innen beschriebenen Feldpostkuvert 19,5 cm x 13 cm, abgestempelt am 25.10.44, und einem eingelegten unlinierten Bogen 21 cm x 14,5 cm; die Bleistiftnummerierung 5ist außen angebracht

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jetzt Kriegsbesoldung beziehen. Das ist unbedeutend, doch immerhin etwas. Wieviel ich erhalte, weiß ich eben noch nicht.-

Wie mag es bei dir gehen. Als ich in Litzmannstadt in der Roten Kreuzverpflegung am Bahnhof saß, hörte ich durch den Rundfunk, daß in unserem Gebiet wieder Flieger seien? Du saßt da grade wieder im Keller. Das wird nun weiter schrecklich oft sein. Wenn das nur mal aufhören möchte! Von Onkel Willy fand ich einen langen Brief vor. Er beschrieb, wie er nach dem Angriff nach Darmstadt reiste, um zu erfahren wie es den nächsten Angehörigen erging. Er ist ja alles heil, aber seine Not hat er auch. Ich denke noch gern an die paar Tage Urlaub zurück. Wir haben uns doch wenigstens mal gesehen. Ich weiß nun in welchem Milieu Du lebst. Hoffentlich geht es so in den eingeschränkten Verhältnissen gut weiter.
           
    Laß es Dir recht gut gehen.
     Es grüßt Dich herzlich 
                                Dein Paul.
Gruß auch an Frl. Minna und Familie B.

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