Die letzten 19 Briefe des Soldaten Paul K.


Es hat keinen Sinn, sich zu erinnern ohne zu vergleichen.

 

7. Feldpostbrief: "Meine Tätigkeit besteht in Bewachung von polnischen Zivilisten, die hier Gräben auswerfen."

3 Seiten; Tinte; Handschrift auf einem innen beschriebenen unlinierten Feldpostkuvert 18,5 cm x 14 cm, Stempeldatum nicht erkennbar, und einem ein­gelegten unlinierten Bogen 21 cm x 15 cm; die Bleistiftnummerierung 7ist außen angebracht

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Wir mußten uns dann immer flach hinlegen und nach einigen Minuten wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Jetzt habe ich es dagegen gemütlich. Keine Kugel pfeift einem hier um den Kopf.

Ich habe mit 2 Kameraden ein Zimmer zusammen. Die Zentralheizung gibt immer eine angenehme Wärme. Als die Front noch nicht so weit zurück verlegt war, diente unser Gebäude als Lazarett. Die Verköstigung ist bei mir eben reichlich. Denn meine beiden Zimmergenossen waren auch in dem Graben und sind mit den Nerven noch so stark herunter, daß sie wenig essen können. Ihr Anteil fällt mir teilweise eben zu. Mein Appetit ist unzeitgemäß gut. Sonst wird Dich noch interessieren von Tante Emmy’s Brief zu hören, den ich gestern bekam. In ihrer Familie geht alles gut. Nur Lenis Mann, der in Frankreich ist, wird seit Ende August vermißt.
Hoffentlich hast Du jetzt Deinen Schnupfen überstanden.

Alles Gute, herzlichen Gruß
            Dein Paul.
Gruß an Frl. Minna u. Familie B.

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