Die letzten 19 Briefe des Soldaten Paul K.


Es hat keinen Sinn, sich zu erinnern ohne zu vergleichen.

 

5. Feldpostbrief: "Man läßt mir bis heute abend Ruhe, dann muß ich wieder mit in den Graben."

3 Seiten; Bleistift; Handschrift auf einem innen beschriebenen Feldpostkuvert 19,5 cm x 13 cm, abgestempelt am 25.10.44, und einem eingelegten unlinierten Bogen 21 cm x 14,5 cm; die Bleistiftnummerierung 5ist außen angebracht

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In dem Lazarett war eine Karte, nach der ich mir meinen Weg genau aufzeichnen konnte. Unterwegs nahm mich ein Lastauto mit. Das war als besser als Laufen. Doch keine reine Freude. Es ging durch Schlaglöcher. Ich saß hinten bei dem Gepäck und flog wie ein Gummiball auf und nieder. Ich mußte gar nicht wo ich mich festhalten sollte, denn die Kisten flogen auch durcheinander. Man mußte acht geben, daß man davon nicht geklemmt wurde.

Das Auto fuhr an Artilleriestellungen vorbei, mußte 15 cm Granaten aufladen. Das gab immer ein ziemlichen Aufenthalt. Schließlich wurde ich abgesetzt. Noch 300 m sollte ich bis zum Ziel haben. Ich war aber noch weit entfernt und mußte mich noch 2 Stunden lang bei Polen hindurch fragen. Nach meiner aufgezeichneten Karte konnte ich mich nicht richten, weil das Auto einen ganz andern Weg gefahren war.

Um 16.00 kam ich in der Kompanie an. Man läßt mir bis heute abend Ruhe, dann muß ich wieder mit in den Graben. Es ist hier noch alles unverändert. Grauer Himmel und noch weiterhin mild. Nun wurde ich auch zum Obergefreiten befördert. Kann

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